Bibliotheksheldin Nadia Miloudi

Bibliotheksheldin Nadia Miloudi und ihr Einsatz für eine gelungene Integration

Refugees welcome: Dass Bibliotheken ein großes Stück zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund beitragen können, zeigt die Heldengeschichte von Nadia Miloudi. Die zweifache Mutter ist diplomierte Informatikerin und hat zuletzt als Web-Programmiererin und Grafikdesignerin gearbeitet. Ihre Familie stammt aus Algerien und lebt seit 22 Jahren in Deutschland. Die Bibliothek als Einrichtung spielt bis heute eine große Rolle im Leben der Miloudis – und hat sich damals äußerst positiv auf das Ankommen der Familie in Deutschland ausgewirkt. Von Anfang an nutzten sie das riesige Angebot an Büchern und Filmen, veranstalteten Videoabende mit Freunden oder tauchten ein in die neusten Geschichten; besonders Nadia Miloudis kleine Tochter war eine richtige „Leseratte“, wie ihre Mutter sich liebevoll zurück erinnert. Darüber hinaus gab es eine große Menge an hilfreichem Lehrmaterial für die Schule oder Fachbücher für den Beruf.

Positive Erfahrungen mit Bibliotheken

Ihre positiven Erfahrungen, die sie mit der Bibliothek als Bildungsort gesammelt hat, will Nadia Miloudi jetzt an Flüchtlinge weitergeben: Als Mitglied des Vereins „Asyl Plus“ bietet sie das Programm „Deutsch lernen am Computer“ in der Münchner Stadtteilbibliothek Sendling an. Zu diesem Zweck stehen unterschiedliche Lernprogramme zur Verfügung, die so genau wie möglich auf die Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer zugeschnitten sind. Es gibt Plattformen sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene, für Jugendliche oder Erwachsene – und das alles in über 50 Sprachen. Dank großzügiger Sponsoren verfügen die Münchner Bibliotheken derzeit über insgesamt 120 Chromebooks, die direkt vor Ort als Lerncomputer genutzt werden können. Gegen einen gültigen Bibliotheksausweis können sie auch ausgeliehen und allein genutzt werden. Damit bei Fragen immer ein Betreuer kontaktiert werden kann, erstellen ehrenamtliche Helfer wie Nadia Miloudi E-Mail-Adressen für die Teilnehmer. Sie weisen sie in die verschiedenen Lernplattformen ein, helfen ihnen bei der Bestimmung ihres Sprachniveaus und darüber hinaus auch mit komplizierten Dingen wie der Übersetzung von Amtsbriefen. Vor allem geben sie Menschen die Chance, sich ohne große Hürden dem Spracherwerb zu widmen, der so wichtig ist für eine erfolgreiche Teilnahme an der Gesellschaft.

Erste Erfolge und Blick in die Zukunft

Durch ihr Engagement haben Nadia Miloudi und ihre Mitstreiter bereits einige Erfolge zu verzeichnen: Einige Flüchtlinge haben dank des erfolgreich absolvierten Sprachlernprogramms bereits Praktikums- oder sogar Arbeitsplätze bekommen. Für die Zukunft wünscht sich Nadia Miloudi, dass in den Regalen der Bibliotheken noch mehr Bücher und Filme in verschiedenen Sprachen stehen werden und dass ein Teil des Personals als Sprachvermittler fungiert, um Flüchtlingen den Zugang zu den verschiedenen Medien zu erleichtern. Dass „Deutsch lernen am Computer“ allerdings bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung ist, liegt auf der Hand – genau wie die Tatsache, dass Nadia Miloudi eben eine waschechte Bibliotheksheldin ist.

Das Video über unsere Bibliotheksheldin steht hier zum Download bereit. Eine Version des Films mit englischen Untertiteln ist hier zu finden.